10.04.2019

Arbeitskleidung: Wann eine steuerfreie ├ťberlassung oder ein Werbungskostenabzug m├Âglich sind

├ťberl├Ąsst der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer kostenlos oder verbilligt typische Berufskleidung, bleibt dieser Vorgang f├╝r den Arbeitnehmer steuerfrei. Es ist dabei unerheblich, ob der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kleidung schenkt oder lediglich leiht. Als typische Berufskleidung akzeptieren die Finanz├Ąmter Kleidungsst├╝cke, deren private Nutzung so gut wie ausgeschlossen ist und die

Sofern der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer kostenlos oder verbilligt b├╝rgerliche Kleidung bzw. Zivilkleidung ├╝berl├Ąsst, muss der daraus resultierende Vorteil beim Arbeitnehmer hingegen grunds├Ątzlich als Arbeitslohn versteuert werden. Eine Vorteilsversteuerung kann aber abgewendet werden, wenn die ├ťberlassung dieser Kleidung lediglich die zwangsl├Ąufige Folge des ├╝berwiegend eigenbetrieblichen Interesses des Arbeitgebers ist.

Diesen Fall hat der Bundesfinanzhof (BFH) in der Vergangenheit beispielsweise angenommen, wenn ein Lebensmitteleinzelh├Ąndler seinen Arbeitnehmern b├╝rgerliche Kleidung ├╝berl├Ąsst (Shirts, Hemden, Krawatten und Blusen ohne Einstickung des Firmennamens), die w├Ąhrend der Arbeitszeit getragen werden muss, um ein einheitliches Erscheinungsbild aller Mitarbeiter und eine bessere Erkennbarkeit f├╝r Kunden sicherzustellen.

Sofern der Arbeitnehmer seine typische Berufskleidung selbst kauft, kann er den Aufwand als Werbungskosten geltend machen. Auch die Kosten f├╝r die Reinigung von typischer Berufskleidung k├Ânnen auf diese Weise abgesetzt werden.

Dass die Abgrenzung zwischen typischer Berufskleidung und b├╝rgerlicher Kleidung mitunter schwierig ist, veranschaulicht die h├Âchstrichterliche Rechtsprechung: Nach einem ├Ąlteren BFH-Urteil kann ein Oberkellner die Kosten f├╝r die Anschaffung, Reinigung und Instandhaltung eines schwarzen Anzugs (hochwertiger Smoking) als Werbungskosten abziehen, wenn er nach einer Dienstvorschrift dazu verpflichtet ist, bei seiner T├Ątigkeit einen schwarzen Anzug zu tragen.

In einem anderen Fall stufte der BFH den Trachtenanzug eines Gesch├Ąftsf├╝hrers in einem bayerischen Lokal nicht als typische Berufskleidung ein, obwohl dieser verpflichtet war, das Outfit zu tragen: Die private Nutzung dieses Outfits als b├╝rgerliche Kleidung sei nicht auszuschlie├čen. Ebenfalls nicht abziehbar sind laut BFH die Kosten f├╝r die Kleidung eines Sportlehrers, die wei├če Kleidung eines Masseurs sowie wei├če Schuhe, Hemden oder Socken von ├ärzten.




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